kuuho029 Deutscher Kolonialismus – DHM Berlin

Folge vom 21.03.2017

“In Deutschland kann man sehr gut leben, ohne zu wissen, dass es Deutsche Kolonien gab.” (Reinhart Kößler)

Mein Gast Stephan vom damalsTM Podcast und ich haben die Ausstellung Deutscher Kolonialismus – Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart im Deutschen Historischen Museum Berlin besucht. Wir bezeichnen beide die Ausstellung als nüchtern. Mit ein paar Tagen Abstand weiss ich gar nicht mehr ob das stimmt. Vielleicht ist es meine bisherige emotionale Distanz zu dem Thema Deutsche Kolonien, die mich zu dem Urteil gebracht hat und das sich immer weiter verändert.

Es ist ein spannendes Gespräch geworden, welches sich hier und da aneinander reibt, da wir beide völlig unterschiedlich mit dem Thema umgegangen sind. Während Stephan es mit dem historischen Blick bewertet und damit durch die Ausstellung gegangen ist, beschäftige ich mich mehr mit dem, wie wir heute mit der Erinnerung um die Deutsche Kolonialzeit umgehen und was unsere Aufgabe ist, diese auch aufzuarbeiten.

Ich finde, dass die Ausstellung eine wichtige Aufgabe übernimmt. Selbst wenn heute langsam die Aufarbeitung der Deutschen Kolonialzeit zunehmend an öffentlicher Aufmerksamkeit gewinnt, scheint es immer noch ein Thema zu sein, dem man sich nicht gerne annimmt. Seit einigen Jahren findet die Auseinandersetzung um die Anerkennung des Völkermords an den Herero und Nama statt. Um darüber informiert zu werden, muss man immer noch in Zeitungen genau suchen um Berichte dazu zu finden. Es gibt noch viel zu entdecken und aufzuarbeiten, denn die Kolonialzeit hat nicht nur in den Kolonien stattgefunden sondern auch hier in Deutschland.

Wort zur Episode:  nüchtern (Stephan) und Erinnerungskultur (Horst)

Shownotes: Deutsches Historisches Museum / Deutsche Kolonien /  kuuho022 Angezettelt / damalsTM Podcast / Decolonize BerlinKolonialismus / Samoa / Christentum / Nilpferdpeitsche / Napoleon / Duala / Völkermord Herero und Nama / Streitraum – Schaubühne Berlin (Video) / Apartheid / Hottentotten / Sarotti / Mohrenstraße Berlin / Umbenennung der Mohrenstraße / Paul von Lettow-Vorbeck / Denkmal / Holocaust Denkmal / Yolocaust / Shahak Shapira / Sinti und Roma / Denkmal für Sinti und Roma / Lesben und Schwulen DenkmalVetreibung Deutscher aus Ostpreussen / CBase / Alltagsrassismus / Thilo Kehrer / Robert Koch / Paul Ehrlich / Scatch Hoyt / Entwurf Denkmal

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3 Gedanken zu „kuuho029 Deutscher Kolonialismus – DHM Berlin

  1. deutlich wird bei dem Interviewten wie wenig bekannt ist das Deutschland ein wichtiger Player war beim europäischen Kolonialprojekt und das Deutschland den ersten Völkermord zu verantworten hat. Deutschland hat des Weiteren am Versklavungshandel aktiv mitgewirkt. Auch das Verständnis das Deutschland nicht geprägt war von Kolonialen Aktivitäten und dass das Bild aussereuropäischen Menschen von Anfang an rassistisch begründet ist und ohne die Kolonialen Besitzungen nicht zu trennen sind. Hier liegt noch ne Menge Arbeit vor uns.
    Auch das normalisieren Kolonialrassistischer Perspektiven ist überaus problematisch.

  2. und es gab einen Tötungsbefehl: Ich (von Trotha) , der große General der deutschen Soldaten, sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: Jeder der einen der Kapitäne an eine meiner Stationen als Gefangenen abliefert, erhält 1000 Mark, wer Samuel Maharero bringt, erhält 5000 Mark. Das Volk der Herero muß jedoch das Land verlassen.
    Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Hereros.
    Der große General des mächtigen deutschen Kaisers.

  3. Hallo Daniela, hallo Stephan,

    beim Hören des Podcast habe ich festgestellt, dass ich so gut wie nichts über die hiesige Kolonialgeschichte weiss. Ich werde wohl mal das ein oder andere Buch lesen müssen, um die Wissenslücke zu schließen. Danke dafür, dass Ihr mir das bewusst gemacht habt und überhaupt danke für diese und Eure anderen Audioproduktionen!

    Dann noch ein Verbesserungsvorschlag: Ich fand die Redezeit recht unausgewogen verteilt. Aus Stephan sprudelte es nur so heraus, während Daniela kaum zu Wort gekommen ist. Mir ist schon klar, dass es schwierig ist, sich zu disziplinieren, wenn man Dinge kundtun bzw. Wissen an den Mann bringen möchte. Trotzdem wäre es höflich und auch für den Zuhörer angenehmer, wenn man das Gegenüber aussprechen lassen würde. Das war es aber auch schon. Mehr gibt es nicht zu verbessern!

    Beste Grüße Lekitra

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